Frauen arbeiten in einem Maisfeld in Uganda

Gutes Essen für alle? EU-Initiative für das Recht auf Nahrung

Gesunde und ausreichende Ernährung darf kein Privileg sein. Das Recht auf Nahrung ist völkerrechtlich anerkannt – in der Europäischen Union ist es jedoch noch nicht verbindlich im EU-Recht verankert.

Weltweit können sich rund 2,8 Milliarden Menschen keine gesunde Ernährung leisten – das ist jeder dritte Mensch. Auch in Europa haben viele Menschen keinen verlässlichen Zugang zu ausreichender, gesunder und bezahlbarer Nahrung. Gleichzeitig verschärfen ungerechte Ernährungssysteme soziale Ungleichheiten, belasten die Umwelt und setzen Landwirt*innen unter Druck.

Recht auf Nahrung verbindlich verankern

Deshalb unterstützen wir die Europäische Bürger*inneninitiative „Gutes Essen für alle“. Unser Ziel: Das Recht auf Nahrung soll verbindlich in allen relevanten EU-Politikfeldern berücksichtigt werden. Konkrete Maßnahmen, die sich daraus ableiten, könnten zum Beispiel sein, dass in ganz Europa gesundes und kostenloses Schulessen angeboten, dass Lebensmittelspekulation EU-weit eingeschränkt und dass der Export von giftigen Pestiziden in allen Mitgliedstaaten verboten wird. Unterschreibe jetzt und setze dich mit uns für gesunde, gerechte und nachhaltige Ernährungssysteme ein! 

JETZT UNTERSCHREIBEN

Die EU-weite Initiative wurde von dem Bündnis „Gutes Essen für alle“ initiiert. Damit die EU-Kommission öffentlich auf unsere Forderungen reagieren und konkrete politische Maßnahmen vorschlagen muss, benötigen wir im Jahr 2026 insgesamt 1 Million Unterschriften in der Europäischen Union. In Deutschland haben wir die besondere Verantwortung, dass wir hierzulande auf über 70.000 Unterschriften kommen müssen, damit die Initiative die formalen Voraussetzungen erfüllt.

Unsere Forderungen

  • Recht auf Nahrung verbindlich im EU-Recht verankern
  • Faire und nachhaltige Ernährungssysteme aufbauen und die Marktmacht großer Agrar- und Lebensmittelkonzerne einschränken
  • Kleinbäuer*innen, Arbeiter*innen und eine lokale Lebensmittelproduktion unterstützen
  • Faire Lebensmittelpreise und eine nährstoffreiche Ernährung für alle ermöglichen
  • Menschen, Tiere und unseren Planeten vor Profit stellen

Warum unterschreiben?

Mindestens ein Fünftel der europäischen Bevölkerung hat aktuell keinen Zugang zu ausreichender Nahrung – und die Ernährungsunsicherheit nimmt unter anderem durch steigende Lebensmittelpreise weiter zu. Gleichzeitig geraten immer mehr Landwirt*innen unter wirtschaftlichen Druck. Bestimmte Formen der industriellen Landwirtschaft tragen zudem zur Klimakrise, zur Belastung von Böden und Wasser sowie zum Verlust der Artenvielfalt bei. Unser aktuelles Ernährungssystem befeuert auf der ganzen Welt Ungleichheiten, Umweltzerstörung und soziale Ungerechtigkeit. In anderen Worten: Die Art und Weise, wie Lebensmittel angebaut, verarbeitet und verteilt werden, ist dringend reformbedürftig! 

Was ist das Recht auf Nahrung?

Das Recht auf Nahrung ist ein fundamentales Menschenrecht, das jedem Menschen den regelmäßigen, dauerhaften und ungehinderten Zugang zu quantitativ und qualitativ angemessener und ausreichender Nahrung garantiert.

Die Nahrung muss:

  • in ausreichender Menge vorhanden sein
  • finanziell erschwinglich und in Wohnortnähe verfügbar sein
  • nahrhaft und gesundheitlich sowie kulturell angemessen sein
  • sozial, ökologisch und wirtschaftlich nachhaltig sein 

Was fordern wir von der Politik?  

Das Gute ist: Es gibt viele Stellschrauben, an denen die Politik ansetzen kann, damit mehr Menschen sich eine ausreichende und gesunde Ernährung leisten können. Denn es wird genügend Nahrung produziert, um unseren Planeten zu ernähren – sie ist aktuell einfach ungerecht verteilt.  

Was würde die rechtliche Verankerung des Rechts auf Nahrung bringen? Das Recht auf Nahrung wird als grundlegendes Menschenrecht in internationalen Verträgen anerkannt, die von allen EU-Mitgliedstaaten ratifiziert wurden. Dennoch wird dieses Recht innerhalb der Europäischen Union noch nicht explizit gesetzlich geschützt. Regierungen erkennen ihre Bedeutung an, versäumen es jedoch, sie in wirksame Maßnahmen umzusetzen.  

Mit einer verbindlichen EU-Rechtsvorschrift müsste jede europäische Politik das Recht auf Nahrung respektieren – und Mitgliedstaaten wie Deutschland müssten es in nationale Rechtsprechung übernehmen. Eine rechtliche Verankerung hätte außerdem Auswirkungen auf das weltweite Recht auf Nahrung – denn dieses müsste zum Beispiel auch in Handelsverträgen mit Drittländern oder bei entwicklungspolitischen oder landwirtschaftlichen Kooperationen mitgedacht werden.

Warum adressieren wir die Europäische Union?

Mit unserer politischen Arbeit setzen wir uns gegen den weltweiten Hunger ein und kämpfen dafür, dass das Menschenrecht auf Nahrung für alle Wirklichkeit wird. Mit unserer Kampagne „Menschenrechte statt Konzerninteressen“ haben wir uns dafür starkgemacht, dass die deutsche Bundesregierung sich konsequent für das Recht auf Nahrung einsetzt und die Macht von großen Nahrungskonzernen wirksam reguliert. Gemeinsam mit uns haben sich über 100.000 Menschen dafür ausgesprochen, dass die Politik die Ernährungswende proaktiv voranbringen soll.

Nun gehen wir mit dieser Initiative noch einen Schritt weiter. Wir richten uns direkt an die EU-Ebene und fordern die EU-Kommission auf, die rechtliche Grundlage für ein europäisches Menschenrecht auf Nahrung zu schaffen.

Gemeinsam sind wir laut

Je mehr Menschen unsere EU-Bürger*inneninitiative unterschreiben, desto wahrscheinlicher ist unser Erfolg. Gemeinsam können wir deutlich machen: Wir wollen eine andere Politik – eine Politik, die eine gesunde und faire Ernährung für alle in den Mittelpunkt stellt. Unsere Forderungen sind keine utopischen Träumereien, sondern sie können schon Anfang 2027 als verbindlicher Katalog auf den Schreibtischen der EU-Kommission landen. Deswegen lasst uns nochmal alle Kräfte bündeln und sagen: Ernährungswende jetzt!

JETZT UNTERZEICHNEN

Wir als Aktion gegen den Hunger Deutschland unterstützen die EU-Bürgerinneninitiative zum Recht auf Nahrung gemeinsame mit einem breiten Bündnis aus 370 zivilgesellschaftlichen Organisationen über Europa hinweg. Weitere Informationen zum Bündnis findet ihr hier. 

7. OKTOBER 2026