Frauen in Nigeria arbeiten auf dem Feld.

NIGERIA

WIE WIR HELFEN
Ernährung und Gesundheit Ernährung und Gesundheit
Lebensgrundlagen Lebensgrundlagen
Wasser, Sanitär und Hygiene Wasser, Sanitär und Hygiene
KERNFAKTEN

Wir helfen seit:  2010

Mitarbeiter*innen:  556

Bevölkerung:  190,9 Mio.

Erreichte Menschen 2017:  6.372.449

Unterernährungsrate:   11,5%

Nigeria ist das bevölkerungsstärkste Land und die zweitgrößte Wirtschaftskraft Afrikas. Gleichzeitig sind über zwei Millionen Kinder akut mangelernährt — ein trauriger Spitzenwert. Obwohl Nigeria einer der führenden Ölproduzenten Afrikas ist, lebt mehr als die Hälfte der Bevölkerung in Armut. Nach jahrzehntelanger politischer Instabilität und wirtschaftlicher Ungleichheit, bestimmt heute der schreckliche Terror von Boko Haram den Alltag der Menschen.

Wie ist die Situation in Nigeria?

Obwohl das autoritäre Militärregime 1999 abgelöst wurde, steht die Regierung Nigerias noch immer vor großen politischen, wirtschaftlichen und sozialen Herausforderungen. Der militärische Konflikt mit Boko Haram in Nordost-Nigeria hält weiter an und hat für die dort lebenden Menschen gravierende und fürchterliche Folgen: Seit 2014 sind mindestens 2.000 Frauen und Kinder entführt worden. Über 2,5 Millionen Menschen wurden vertrieben. Viele Nigerianer*innen flüchten in die benachbarten Länder Tschad, Kamerun oder Niger. Aufgrund der dort ebenfalls prekären Bedingungen, sind sie jedoch oftmals gezwungen, wieder zurückzukehren.

Was sind die zentralen humanitären Herausforderungen in Nigeria?

Hinsichtlich der aktuellen Entwicklungen ist davon auszugehen, dass sich die Nahrungsmittelkrise weiter verschärfen wird. Fast 7,7 Millionen Menschen sind dringend auf humanitäre Hilfe angewiesen. Die Mangelernährungsrate bei Kindern unter fünf Jahren ist mit 40 Prozent alarmierend hoch. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung hat keinen Zugang zu sauberem Wasser oder sanitären Einrichtungen. In den Lagern für Geflüchtete ist die Not besonders groß: Es fehlt an Nahrungsmitteln, Lebensgrundlagen, Gesundheits- und Bildungseinrichtungen. Zudem ist die Sicherheitslage desolat. Willkürliche Verhaftungen, Zwangsrekrutierungen, Menschenhandel, Gewalt gegenüber Frauen und sexueller Missbrauch sind in den Camps keine Seltenheiten.

Wie hilft Aktion gegen den Hunger in Nigeria?

Aktion gegen den Hunger ist seit 2010 in Nigeria aktiv. Obwohl der Zugang zu einzelnen Bevölkerungsgruppen durch Boko Haram erheblich erschwert wurde, konnten wir unsere Programme ausweiten und in sechs Regionen im Nordosten des Landes neue Projekte etablieren. Um adäquat auf die Krise reagieren zu können, haben wir unser finanzielles Engagement 2016 verdoppelt:

  • Wir versorgen schwangere Frauen und Mütter mit Bargeldtransfers, um den dringenden Nahrungsmittelbedarf ihrer Familien zu decken.
  • Wir behandeln schwer unterernährte Kinder und schulen Mütter darin, Anzeichen von Mangelernährung frühzeitig zu erkennen.
  • Unsere Initiative „Porridge Moms“ in Borno ist eine Selbsthilfegruppe von Müttern für Mütter, welche zum Beispiel Kochherde baut und Kochkurse veranstaltet. Dadurch werden weitere Mütter darin geschult, nahrhafte Lebensmittel zuzubereiten.
  • In Yobe und Borno wurden ganze Gemeinden durch die Konflikte zerstört. Um dem Ausbruch von Krankheiten vorzubeugen, verteilen unsere Teams dort Hygiene-Sets, unterrichten in Hygiene-Fragen und richten neue Latrinen und Wasserstellen ein.
  • Wir leisten psychosoziale Betreuung für Geflüchtete und Vertriebene.
  • Besonders bedürftige Flüchtlingsfamilien unterstützen wir mit Bargeld oder Gutscheinen, damit sie sich auf den lokalen Märkten Lebensmittel oder dringend benötigte Waren kaufen können.

In diesen Bereichen haben wir geholfen:

24. APRIL 2019
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