Frauen in Nigeria arbeiten auf dem Feld.

NIGERIA

WIE WIR HELFEN
Ernährung und Gesundheit Ernährung und Gesundheit
Lebensgrundlagen Lebensgrundlagen
Wasser, Sanitär und Hygiene Wasser, Sanitär und Hygiene
Psychosoziale Hilfe Psychosoziale Hilfe
Öffentlichkeitsarbeit Öffentlichkeitsarbeit
KERNFAKTEN

Wir helfen seit:  2010

Mitarbeiter*innen:  588

Bevölkerung:  190,9 Mio.

Erreichte Menschen 2019:  2.073.747

Unterernährungsrate:   11,5 %

Nigeria ist das bevölkerungsstärkste Land und die zweitgrößte Wirtschaftskraft Afrikas. Gleichzeitig sind über zwei Millionen Kinder akut mangelernährt — ein trauriger Spitzenwert. Obwohl Nigeria einer der führenden Ölproduzenten Afrikas ist, lebt mehr als die Hälfte der Bevölkerung in Armut. Nach jahrzehntelanger politischer Instabilität und wirtschaftlicher Ungleichheit bestimmt heute der schreckliche Terror von Boko Haram den Alltag der Menschen.

Wie ist die Situation in Nigeria?

Obwohl das autoritäre Militärregime 1999 abgelöst wurde, steht die Regierung Nigerias noch immer vor großen politischen, wirtschaftlichen und sozialen Herausforderungen. Der militärische Konflikt mit Boko Haram in Nordost-Nigeria hält weiter an und hat für die dort lebenden Menschen gravierende und fürchterliche Folgen: Seit 2014 sind mindestens 2.000 Frauen und Kinder entführt worden. Über 2,5 Millionen Menschen wurden vertrieben. Viele Nigerianer*innen flüchten in die benachbarten Länder Tschad, Kamerun oder Niger. Aufgrund der dort ebenfalls prekären Bedingungen sind sie jedoch oftmals gezwungen, wieder zurückzukehren.

Was sind die zentralen humanitären Herausforderungen in Nigeria?

Hinsichtlich der aktuellen Entwicklungen ist davon auszugehen, dass sich die Nahrungsmittelkrise weiter verschärfen wird. Fast 8,7 Millionen Menschen sind dringend auf humanitäre Hilfe angewiesen. Die Mangelernährungsrate bei Kindern unter fünf Jahren ist mit rund 40 Prozent alarmierend hoch. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung hat keinen Zugang zu sauberem Wasser oder sanitären Einrichtungen. In den Lagern für Geflüchtete ist die Not besonders groß: Es fehlt an Nahrungsmitteln, Lebensgrundlagen, Gesundheits- und Bildungseinrichtungen. Zudem ist die Sicherheitslage desolat. Willkürliche Verhaftungen, Zwangsrekrutierungen, Menschenhandel, Gewalt gegenüber Frauen und sexueller Missbrauch sind in den Camps keine Seltenheiten.

Wie hilft Aktion gegen den Hunger in Nigeria?

Aktion gegen den Hunger ist seit 2010 in Nigeria aktiv. Obwohl der Zugang zu einzelnen Bevölkerungsgruppen durch Boko Haram erheblich erschwert wurde, konnten wir unsere Programme ausweiten und in sechs Regionen im Nordosten des Landes neue Projekte etablieren.

  • Wir versorgen schwangere Frauen und Mütter mit Bargeldtransfers, um den dringenden Nahrungsmittelbedarf ihrer Familien zu decken.
  • Wir behandeln schwer unterernährte Kinder und schulen Mütter darin, Anzeichen von Mangelernährung frühzeitig zu erkennen.
  • Unsere Initiative „Porridge Moms“ in Borno ist eine Selbsthilfegruppe von Müttern für Mütter, welche zum Beispiel Kochherde baut und Kochkurse veranstaltet. Dadurch werden weitere Mütter darin geschult, nahrhafte Lebensmittel zuzubereiten.
  • In Yobe und Borno wurden ganze Gemeinden durch die Konflikte zerstört. Um dem Ausbruch von Krankheiten vorzubeugen, verteilen unsere Teams dort Hygiene-Sets, unterrichten in Hygiene-Fragen und richten neue Latrinen und Wasserstellen ein.
  • Wir leisten psychosoziale Betreuung für Geflüchtete und Vertriebene.
  • Besonders bedürftige Flüchtlingsfamilien unterstützen wir mit Bargeld oder Gutscheinen, damit sie sich auf den lokalen Märkten Lebensmittel oder dringend benötigte Waren kaufen können.

In diesen Bereichen haben wir geholfen:

Ernährung und Gesundheit
2.374.412
Menschen haben Nahrungsmittel erhalten
Wasser, Sanitär und Hygiene
696.164
Menschen haben Zugang zu Wasser und sanitären Einrichtungen erhalten
Lebensgrundlagen
417.425
Menschen konnten ihre Lebensgrundlagen auf eine sichere Basis stellen

Jetzt spenden und weltweit helfen

Neben Spenden finanziert sich unsere Arbeit auch durch Förderungen und Zuwendungen institutioneller Geber*innen. Der folgende Absatz informiert Sie über Projekte, die direkt durch diese Art der Unterstützung realisiert werden können. Hier informieren wir über die Herkunft all unserer Mittel.

Laufende Projekte

Nothilfe in den Bereichen Unterkünfte, Ernährung und Gesundheit sowie Wasser, sanitäre Einrichtungen und Hygiene
  • Direkt Begünstigte: 129.042  
  • Laufzeit: Januar 2021 – September 2023 
  • Mittelherkunft: Auswärtiges Amt, Aktion gegen den Hunger  
  • Fördervolumen: 5.208.334 Mio.€ 

Das Projekt stellt eine rasche humanitäre Versorgung der von Krisen betroffenen Bevölkerung im Nordosten Nigerias und in Nordkamerun sicher, Regionen die von Konflikten, Vertreibungen aber auch Naturkatastrophen wie Überschwemmungen betroffen sind. Hauptzielgruppe sind Vertriebene, Geflüchtete und Gastgemeinden. In Nigeria fokussiert sich das Projekt vor allem darauf, den Zugang der betroffenen Bevölkerung zu sauberem Trinkwasser und angemessenen Sanitäranlagen zu gewährleisten und die Bereitstellung von Notunterkünften im Fall von Vertreibungen zu unterstützen.

In Kamerun konzentriert sich das Projekt insbesondere auf die Verbesserung der (psychischen) Gesundheit und Ernährungssituation von Vertriebenen und Geflüchteten, die durch die Umstände ihrer Flucht und der damit verbundenen Armut oft keinen Zugang zu ausreichender Ernährung oder Gesundheitsdienstleistungen haben.  

Folgende Maßnahmen werden umgesetzt:  

  • Bereitstellung von sauberem Trinkwasser und Installation von Hygiene- und Sanitäreinrichtungen  
  • Sensibilisierung zu Hygiene und sanitären Einrichtungen in Notsituationen 
  • Schnelle Bereitstellung von Notunterkünften und Haushaltsgegenständen (wie z.B. Decken, imprägnierte Moskitonetze, Kochutensilien und Hygieneartikel) 
  • Schulung von Gemeindegesundheitshelfer*innen zur schnellen Behandlung von Krankheiten bei Kindern unter fünf Jahren bzw. deren Überweisung an stationäre Einrichtungen  
  • Verteilung von MUAC-Bändern (zur Messung des Oberarmumfangs) an Mütter zur vereinfachten Erkennung von Mangelernährung  
  • Unterstützung der lokalen Gesundheitsstrukturen in den Bereichen Ernährung, Gesundheit und psychische Gesundheit  
  • Einrichtung von mobilen Kliniken, die eine kostenlose prä- und postnatale Versorgung und Behandlung von Kindern unter fünf Jahren anbieten  
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