Frau im Jemen

JEMEN

WIE WIR HELFEN
Ernährung und Gesundheit Ernährung und Gesundheit
Lebensgrundlagen Lebensgrundlagen
Wasser, Sanitär und Hygiene Wasser, Sanitär und Hygiene
Psychosoziale Hilfe Psychosoziale Hilfe
Katastrophenvorsorge Katastrophenvorsorge
KERNFAKTEN

Wir helfen seit:  2013

Mitarbeiter*innen:  123

Bevölkerung:  29,82 Mio.

Erreichte Menschen 2020:  504.427

Unterernährungsrate:   34,4 %

Seit mehr als sechs Jahren herrscht im Jemen ein grausamer Bürgerkrieg. Die humanitäre Situation ist katastrophal, geltendes Völkerrecht wird von den Konfliktparteien konsequent missachtet und Kriegsverbrechen sind an der Tagesordnung. Knapp 21 Millionen Menschen – rund 65 Prozent der Bevölkerung – sind dringend auf humanitäre Hilfe angewiesen, darunter vor allem Kinder und Frauen. Schätzungen zufolge litten im Jahr 2020 über eine halbe Million jemenitische Kinder unter 5 Jahren und mehr als eine Viertelmillion schwangere und stillende jemenitische Frauen an akuter Mangelernährung. Zehntausende Jungen und Mädchen sind bereits an akuter Mangelernährung gestorben. Vielen droht das gleiche Schicksal, wenn sie keine Hilfe erhalten.

Wie ist die Situation im Jemen?

Der seit Jahren andauernde Krieg und die Blockade des Hafens Hodeïda haben die jemenitische Infrastruktur nahezu vollständig zerstört. Bis heute ist der eskalierte bewaffnete Konflikt eine der Hauptursachen für akute Mangelernährung im Jemen. Darüber hinaus haben die hohe Rate an übertragbaren Krankheiten, die geringe Ernährungsvielfalt und wiederkehrende Naturkatastrophen in Kombination mit dem mangelnden Engagement der Geberländer die Situation verschärft. Mangelhafte medizinische Versorgung und die explodierenden Preise für Dinge des täglichen Bedarfs bedrohen das Leben der Menschen. Mit zum Teil nur sieben vorhandenen Intensivbetten im Jemen war das Land auch der Corona-Pandemie nicht gewachsen. Mehr als die Hälfte der Krankenhäuser sind zerstört. Es fehlt an medizinischer Ausrüstung und Schutzbekleidung. Für eine echte Perspektive brauchen die Menschen im Jemen Frieden. Wir fordern, dass die Bundesregierung alle Waffenlieferung an die Kriegsparteien einstellt. 

Jetzt Waffenexporte stoppen

Was sind die zentralen humanitären Herausforderungen im Jemen?

Knapp 21 Millionen Menschen im Jemen benötigen humanitäre Hilfe. Rund 13,5 Millionen Menschen sind von akuter Ernährungsunsicherheit betroffen und haben nicht genug zu essen. Für sie ist das neuartige Coronavirus besonders gefährlich, da ihr Immunsystem durch die chronische Unterversorgung mit Nährstoffen geschwächt und deshalb anfälliger für Krankheiten ist. Viele Kinder im Jemen leiden daher neben Mangelernährung auch an Atemwegserkrankungen, Malaria oder Dengue-Fieber.

Ein Großteil der Menschen verfügt zudem nicht über eine ausreichende Versorgung mit sauberem Trinkwasser. Mehr als die Hälfte der jemenitischen Bevölkerung hat keinen Zugang zu Hygienemaßnahmen und dringend benötigten Gesundheitsleistungen, was nicht zuletzt immer wieder Grund für den Ausbruch von Krankheiten und Epidemien wie Cholera ist und die Auswirkungen von Covid-19 im Land dramatisch verschlimmert. Der weltweite Lockdown und die notwendigen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie haben die bereits bestehenden Schwachstellen des Landes verstärkt. Bereits vor dem Krieg wurde der Hauptteil der Nahrungsmittel im Jemen importiert. Die Verknappung der Lebensmittel hat dazu geführt, dass Nahrung für die Menschen unerschwinglich geworden ist. Hunger und vermeidbare Krankheiten fordern mittlerweile Schätzungen zufolge mehr als die Hälfte aller Todesopfer seit Beginn des Krieges.    

Wie hilft Aktion gegen den Hunger im Jemen?

Trotz der Sicherheitsrisiken und Schwierigkeiten, die Notleidenden zu erreichen, leistet unser Team tagtäglich lebensrettende Nothilfe. Gerade in der Corona-Krise unterstützen wir verstärkt Gesundheitszentren, klären über Hygienemaßnahmen auf und verteilen Geld an die Menschen, die durch den Krieg ihre Arbeit verloren haben und dadurch ihre Familien nicht mehr ernähren können. Die Mitarbeiter*innen von Aktion gegen den Hunger kämpfen unermüdlich dafür, das Leid der Menschen zu lindern und Leben zu retten:

  • Wir verteilen Lebensmittel, diagnostizieren Mangelernährung und behandeln akut mangelernährte Kinder in unseren Gesundheitsstationen und durch mobil einsetzbare Teams.
  • Wir überwachen den Ernährungszustand von Schwangeren und stillenden Müttern und informieren sie darüber, wie sie sich mit den zur Verfügung stehenden Mitteln nährstoffreich ernähren können.
  • Wir stellen die Versorgung der Menschen mit Trinkwasser sicher, indem wir Wassertank-LKWs einsetzen, Wasserstellen und Brunnen reparieren und Keramikfilter verteilen. Darüber hinaus informieren und schulen unsere Mitarbeitenden Gemeinden darin, wie sie durch einfache Hygienepraktiken Krankheiten vorbeugen können und verteilen Desinfektions- und Hygienesets.  
  • Wir priorisieren vor allem nachhaltige Projekte: Die Installation von Sonnenkollektoren für Gesundheitseinrichtungen und Außenstellen, Minimierung der Abfallproduktion und die Verwendung lokaler Materialien.
  • Wir verteilen Essensgutscheine und organisieren Bargeld-Transfers, um den dringenden Nahrungsmittelbedarf der Menschen decken zu können.
  • Wir stellen die Lebensgrundlagen von Menschen im Rahmen unserer Nahrungsmittelsicherungsprogramme auf eine sichere Basis.
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