Statement zum BMZ-Reformplan

Pressemitteilung vom: 13.01.2026

Am 12. Januar 2026 stellte das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) sein Reformvorhaben für die Entwicklungszusammenarbeit vor. Unter dem Titel „Zukunft zusammen global gestalten“ will das Bundesministerium die deutsche Entwicklungspolitik strategischer, fokussierter und partnerschaftlicher ausrichten. Die humanitäre und entwicklungspolitische Hilfsorganisation Aktion gegen den Hunger zieht ein gemischtes Zwischenfazit.

Dazu kommentiert Jan Sebastian Friedrich-Rust, Geschäftsführer von Aktion gegen den Hunger:

„Es ist gut, dass die Bekämpfung von Hunger stärker in den Mittelpunkt der deutschen Entwicklungspolitik rücken soll. Problematisch ist jedoch, dass Programme zur Ernährungssicherung und Hungerbekämpfung künftig ausschließlich auf Partnerländer in Afrika ausgerichtet werden und in Ländern außerhalb Afrikas auslaufen sollen. Gleichzeitig will die Bundesregierung enger mit der Privatwirtschaft zusammenarbeiten und strategische Interessen stärker betonen. Entscheidend wird sein, dass bei diesem Spagat die von Armut betroffenen Menschen nicht aus dem Blick geraten.

Zudem passt ein weiter sinkender Entwicklungsetat nicht dazu, dass Deutschlands Rolle als internationaler Partner weiter gestärkt werden soll. Dieses Ziel muss mit ausreichenden Finanzmitteln untermauert sein.

Im Zentrum deutscher Entwicklungspolitik dürfen nicht nur strategische Interessen stehen, sondern vor allem die Menschen, die unter Hunger und Armut leiden. An der Verbesserung ihrer Lebenssituation sollte die Wirkung deutscher Entwicklungszusammenarbeit gemessen werden. Dass Ernährung und Hungerbekämpfung in der Entwicklungspolitik stärker gewichtet werden, ist ausdrücklich zu begrüßen.

Bei der verstärkten Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft muss sichergestellt werden, dass menschenrechtliche Standards gewährleistet sind und die Bedarfe der von Armut und Hunger betroffenen Menschen handlungsleitend bleiben. Das BMZ muss an dem Ziel einer sozial gerechten Transformation der Ernährungssysteme entlang des Menschenrechts auf Nahrung festhalten, anstatt die Agrarindustrie zu fördern.”
 

Interviewwünsche nehmen wir gerne entgegen. 

13. JANUAR 2026
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