Humanitäre Helfende in der DR Kongo laden Hilfspakete aus einem Hubschrauber

DR Kongo: 28,8 Millionen Menschen von Hunger bedroht, während sich Ebola weiter ausbreitet

Pressemitteilung vom: 01.11.2026

Die jüngste Analyse der Integrated Food Security Phase Classification (IPC), die im September durchgeführt wurde, zeigt eine weitere Verschlechterung der Ernährungslage in der Demokratischen Republik Kongo (DR Kongo), insbesondere im Osten und Nordosten des Landes. 28,8 Millionen Menschen leiden unter akuter Ernährungsunsicherheit (IPC-Phase 3 oder 4), gegenüber 26,5 Millionen im Zeitraum von Januar bis Juni 2026.

Besonders dramatisch ist die Entwicklung in den von bewaffneten Konflikten betroffenen Provinzen. Gewalt und Unsicherheit führen dort zu massiven Vertreibungen, beeinträchtigen die landwirtschaftliche Produktion und erschweren den Zugang zu Märkten sowie zu grundlegenden Dienstleistungen.

In diesem ohnehin kritischen Kontext verschärft das Wiederaufflammen der Ebola-Epidemie die Notlage zusätzlich. Mittlerweile wurden mehr als 10.000 Fälle registriert. Die Epidemie betrifft acht Provinzen der DR Kongo sowie drei weitere afrikanische Länder. Sie beeinträchtigt wirtschaftliche Aktivitäten, schränkt die Bewegungsfreiheit ein und gefährdet die Lebensgrundlagen zahlreicher Familien.

In Mongbwalu in der Provinz Ituri ist die Krise nicht nur eine gesundheitliche, sondern auch eine wirtschaftliche. Für Goldschürfer*innen, Markthändler*innen und Motorradtaxifahrer*innen bedeutet der Ausfall ihrer Arbeit häufig den Verlust der einzigen Einkommensquelle und damit den Verlust des Zugangs zu Nahrung.

„Wenn ich heute nicht mit meinem Motorrad arbeiten kann, gehen meine Kinder heute Abend hungrig ins Bett. Für Menschen wie uns, die von der Hand in den Mund leben, ist Hunger eine viel unmittelbarere Bedrohung als Ebola“, sagt ein Bewohner der Stadt, die als Epizentrum des Ausbruchs gilt.

Mangelernährte Kinder werden weniger behandelt

Die Epidemie beeinträchtigt zudem den Zugang zur Gesundheitsversorgung und die Behandlung von Unterernährung bei Kindern. In mehreren von Aktion gegen den Hunger unterstützten Gesundheitszonen beobachteten die Teams einen deutlichen Rückgang der Inanspruchnahme medizinischer Leistungen, da viele Menschen aus Angst vor einer Ansteckung Gesundheitseinrichtungen meiden. In Mongbwalu sank die Zahl der neuen Konsultationen zur integrierten Behandlung von Kinderkrankheiten von 3.053 im April auf 1.285 im September 2026. Im gleichen Zeitraum ging die Zahl der Aufnahmen von Kindern mit akuter Unterernährung von 179 auf 90 Fälle zurück.

„Immer mehr Familien in den betroffenen Gebieten haben Schwierigkeiten, ausreichend Nahrung zu beschaffen. Dabei sind Unterernährung und Krankheiten eng miteinander verknüpft: Unterernährte Kinder verfügen über ein geschwächtes Immunsystem und sind anfälliger für Krankheiten wie Masern, Malaria oder sogar Ebola. Um eine weitere Verschlechterung der Situation zu verhindern, ist es entscheidend, den Zugang zu grundlegender Gesundheitsversorgung und Ernährungsprogrammen sicherzustellen“, warnt Julie Drouet, Landesdirektorin von Aktion gegen den Hunger in der Demokratischen Republik Kongo.

„Die Bewältigung der vielschichtigen Krise in der DR Kongo erfordert einen integrierten Ansatz, der die Ursachen von Verwundbarkeit angeht. Gleichzeitig braucht es verlässliche und langfristige Finanzierungszusagen, damit Familien wiederkehrende Krisen bewältigen und ihre Widerstandsfähigkeit nachhaltig stärken können“, ergänzt Julie Drouet.

In der Demokratischen Republik Kongo setzt Aktion gegen den Hunger eine sektorübergreifende Hilfe um, die Ernährung, Gesundheit, Wasser-, Sanitär- und Hygienemaßnahmen, psychosoziale Unterstützung sowie Ernährungssicherung umfasst. Im Kampf gegen Ebola unterstützt die Organisation Maßnahmen zur Prävention und Eindämmung der Krankheit und gewährleistet gleichzeitig den Zugang zu lebenswichtigen Gesundheits- und Ernährungsdiensten.

Hinweis an die Redaktionen

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2. NOVEMBER 2026