Kind in Madagaskar wird gewogen

Madagaskar: Besorgniserregender Anstieg der Zahl der Hungernden

Dürre und die Unterbrechung von Lebensmittellieferketten in Folge von COVID-19 haben im Süden von Madagaskar zu einer Ernährungskrise geführt. 1,6 Millionen Menschen sind bedroht, 500.000 benötigen humanitäre Hilfe. Aktion gegen den Hunger hat umgehend reagiert und die Anzahl der mobilen Kliniken vor Ort verdoppelt, um akute Unterernährung bei Kindern zu behandeln. 

Erschwerter Zugang zu Nahrungsmitteln

Die aktuellen Zahlen über die Ernährungssituation im Süden Madagaskars sind alarmierend: 1,6 Millionen Menschen haben Schwierigkeiten beim Zugang zu Nahrungsmitteln, darunter 500.000 Menschen so schwer, dass sie auf humanitäre Hilfe angewiesen sind. Rund 20.000 Kinder laufen bis Dezember Gefahr, an schwerer Unterernährung zu leiden, die eine medizinische Versorgung erfordert. Dürre, fehlender Zugang zu Nahrungsmitteln in Folge von COVID-19 und die in diesem Jahr besonders kritische Zeit zwischen den Ernten, in der sich die Vorräte dem Ende neigen, sind die Ursachen für die aktuelle Ernährungssituation. 

„Angesichts der aktuellen Situation und des schlechten strukturellen Zugangs zu Versorgungsdiensten in der Region haben wir damit begonnen, die Anzahl unserer mobilen Kliniken zu verdoppeln. In diesem Jahr begann die Zeit zwischen den Ernten besonders früh. Diese kritische Phase dauert noch bis April an. Die Vorräte an Grundnahrungsmitteln in den Haushalten und bei den Händler*innen neigten sich bereits im September dem Ende zu. Das ist eine Folge der aktuellen Dürre, es hat viel zu wenig geregnet“, berichtet Olivier Le Guillou, Länderdirektor von Aktion gegen den Hunger in Madagaskar. 

Zahl der unterernährten Kinder unter 5 Jahren steigt

Die Regenmenge zwischen Oktober 2019 und Juni 2020 lag durchschnittlich 19 Prozent unter den Erwartungen, in einigen Regionen waren es sogar 34 Prozent. Zu den am stärksten betroffenen Gebieten gehören die Distrikte Ampanihy, Bekily und Amboasary. Die mobilen Teams von Aktion gegen den Hunger haben hier vermehrt Kinder gesehen, die an schwerer akuter Unterernährung leiden. „Im August haben unsere Teams 992 schwer unterernährte Kinder unter 5 Jahren behandelt. In diesem Monat sind es bisher fast 1.200. Diese Zahl dürfte sich in den kommenden Monaten in der kritischen Phase zwischen den Ernten noch verschlechtern. Um den Bedürfnissen gerecht zu werden, müssen wir wachsam sein und unsere Reaktion in den kommenden Monaten entsprechend anpassen“, ergänzt Olivier Le Guillou. 

Aktion gegen den Hunger mit mobilen Kliniken im Einsatz

Aktion gegen den Hunger arbeitet seit 2017 in der betroffenen Region. Mit mobilen Kliniken behandeln die Teams vor Ort die schwersten Formen von akuter Unterernährung. Sie betreuen vor allem Gemeinden, die weit entfernt von Gesundheitszentren sind. Die Mitarbeitenden testen alle Kinder zwischen 6 und 59 Monaten. Schwere Fälle werden umgehend vor Ort in den mobilen Kliniken behandelt. Bei Komplikationen werden die Patientinnen und Patienten in Krankenhäuser überwiesen, die auch von Aktion gegen den Hunger unterstützt werden. Dies geschieht in enger Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsministerium und Partnern in der Region.  

Hinweis für die Redaktionen:  Der Länderdirektor Olivier Le Guillou steht für Interviews zur Verfügung.  

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Vassilios Saroglou
30. OKTOBER 2020
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