Kinder waschen sich die Hände unter einem Wasserhahn.

Coronavirus: Wie Aktion gegen den Hunger auf die Pandemie reagiert

Wir bei Aktion gegen den Hunger nehmen die Ausbreitung des Coronavirus (COVID-19) sehr ernst und haben Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit und Sicherheit unserer Mitarbeiter*innen und der Menschen in den Regionen, in denen wir weltweit tätig sind, ergriffen. Dabei halten wir uns eng an die Leitlinien der Weltgesundheitsorganisation WHO und versuchen unseren Arbeitsbetrieb wie gewohnt aufrecht zu erhalten.

Auswirkungen auf die Programme von Aktion gegen den Hunger

Unsere Teams vor Ort bereiten sich darauf vor, die Hygieneprogramme in den am stärksten vom Hunger betroffenen Ländern zu stärken. Sie treffen alle notwendigen Vorkehrungen, um die Verbreitung von COVID-19 zu verhindern und gleichzeitig die Kontinuität unserer lebensrettenden Programme zu gewährleisten. Viele dieser Maßnahmen dienen dem Schutz des Gesundheitspersonals, da diese zu den am meisten gefährdeten Personen gehören und eine hohe Gefahr der Ansteckung mit Infektionskrankheiten besteht. Unsere Maßnahmen beinhalten die Einschränkung von Reisen, die verstärkte Umsetzung von Hygienepraktiken, Quarantäneregelungen im Falle einer Kontamination, die Verteilung von Atemschutzmasken und Handschuhen an Mitarbeiter*innen, die krank sind oder mit erkrankten Menschen in Kontakt kommen, sowie die Sicherstellung der Wasser- und sanitären Infrastruktur in den Gesundheitszentren.

 
 

 

In den Ländern, in denen wir tätig sind, wird Aktion gegen den Hunger die Gesundheitsministerien durch spezifische Aktivitäten unterstützen. Wir werden zwar keine Fälle von Coronaviren behandeln können, aber alle Anstrengungen unternehmen, um bei der Identifizierung und dem Transfer von Infizierten an Gesundheitszentren zu helfen und die Umsetzung von Hygienemaßnahmen vor allem auf lokaler Ebene zu verstärken.

Mangelernährte Menschen besonders gefährdet

Wir wissen, dass Unterernährung ein Risikofaktor ist und zum Tod von Menschen führen kann, die mit dem Coronavirus infiziert wurden. Ähnlich wie bei Cholera, Malaria und Ebola schwächt Mangelernährung das Immunsystem, was die Betroffenen anfälliger für eine Ansteckung mit dem Coronavirus macht.

„Unterernährung ist ein entscheidender Risikofaktor, da er die Anfälligkeit am Coronavirus zu erkranken exponentiell erhöht.“
Antonio Vargas, Leiter des Bereichs Gesundheit und Ernährung bei Aktion gegen den Hunger

Zusätzlich zu den Belastungen, die diese Pandemie für Gesundheitssysteme und Einrichtungen auf der ganzen Welt mit sich bringt, sorgt sich Aktion gegen den Hunger um die langfristigen Auswirkungen: Wenn sich das Virus weiter ausbreitet, könnte es die Nahrungsmittelproduktion beeinträchtigen und zu einer unsicheren Ernährungslage führen. Darüber hinaus könnte ein Einbruch der Weltwirtschaft verheerende Folgen für die ärmsten Bevölkerungsgruppen der Welt haben und mehr Menschen in Hunger und Armut treiben.

Sauberes Wasser und humanitäre Nothilfe wichtiger denn je

Ein Mitarbeiter von Aktion gegen den Hunger bereitet Hygieneschulung vor.

„Eine gute Hygiene ist unerlässlich, um die Ausbreitung von Infektionen zu stoppen und den Zusammenbruch des öffentlichen Gesundheitssystems zu verhindern“, sagt Pablo, Leiter der Programme für Hygiene, Wasser und sanitäre Einrichtungen bei Aktion gegen den Hunger.

Die Pandemie hält uns die Herausforderungen vor Augen, denen arme Familien auf der ganzen Welt gegenüberstehen, insbesondere in der wachsenden Zahl von Gebieten, in denen der Zugang zu Wasser begrenzt ist. Unsere überlebenswichtigen Wasser-, Sanitär- und Hygieneprogramme (WaSH) haben uns gelehrt, dass das Händewaschen und andere grundlegende Hygienepraktiken von entscheidender Bedeutung sind, um die weltweite Verbreitung von Krankheiten, einschließlich des Coronavirus, einzudämmen. Im vergangenen Jahr erreichten unsere WaSH-Programme 8,9 Millionen Menschen. 

Coronavirus trifft die Schwächsten am stärksten

Ein besonders großes Risiko besteht außerdem für alle Menschen, die in Notunterkünften und Flüchtlingslagern auf engstem Raum, ohne Privatsphäre und meist ohne funktionierende sanitäre Anlagen leben. Wir sind daher auch in Ländern wie Kolumbien (mit mehr als 1,4 Millionen Migrant*innen aus Venezuela) und Libanon (wo 1,5 Millionen syrische Geflüchtete leben) aktiv, um bei der Eindämmung des Virus zu helfen. 

In den informellen Camps leiden viele Menschen an medizinischen Vorerkrankungen und haben ein geschwächtes Immunsystem: „Diese Siedlungen bestehen aus dicht an dicht stehenden Zelten, in denen meist fünf oder mehr Menschen leben. Die Übertragung des Coronavirus würde hier rasend schnell gehen“, erklärt Beatriz Navarro, Landesdirektorin von Aktion gegen den Hunger in Beirut.

Wie hilft Aktion gegen den Hunger?

In Kolumbien verstärkt Aktion gegen den Hunger den humanitären Einsatz, insbesondere durch die Verteilung von Präventions-Kits an Migrant*innen, die Desinfektionsmittel, Feuchttücher mit Alkohol sowie Seife enthalten. Außerdem bauen wir die sanitären Einrichtungen in den größten Siedlungen aus und konzipieren eine umfassende Gesundheit- und Ernährungsstrategie für den humanitären Einsatz vor Ort. Im Libanon haben wir uns mit mehreren humanitäre Hilfsorganisationen zusammengetan, um die Verbesserung der Wasserversorgung zu koordinieren. Auf den Philippinen ist die Versorgung durch die Reisebeschränkungen bereits spürbar knapp. Unsere Teams vor Ort bereiten sich daher darauf vor, die Bereitstellung von sauberem Wasser und weitere Hygienemaßnahmen zu verstärken. 

Mithilfe spezieller Schulungen in den Gemeinden und die Arbeit in Mütter-Gruppen klären wir zudem weltweit über richtiges Händewaschen, gesunde Säuglingspflege sowie über den hygienisch sauberen Umgang mit Lebensmitteln auf.

Obwohl das Coronavirus überall, wo wir im Einsatz sind, ein Problem darstellt, bleibt Aktion gegen den Hunger aktiv und arbeitet weiter daran, den mehr als 821 Millionen Menschen zu helfen, die täglich Hunger leiden. „Es wird eine große Herausforderung für uns sein, dafür zu sorgen, dass diese Pandemie andere Krisen nicht völlig überschattet“, sagt Olivier Longué, Generaldirektor bei Aktion gegen den Hunger.

Aktion gegen den Hunger möchte Ihnen danken, dass Sie uns in Zeiten wie diesen unterstützen und sich für eine gesunde Zukunft und eine Welt ohne Hunger für alle einsetzen.

22. APRIL 2020
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