Wassertransport in den besetzten palästinensischen Gebieten.

Eskalation im Nahen Osten: Aktion gegen den Hunger mobilisiert Notfallteams

Groß angelegte Militärschläge haben zu einer Verschärfung der Feindseligkeiten in der gesamten Region geführt. Diese Eskalation verschärft die Spannungen und bedroht die Zivilbevölkerung. Aktion gegen den Hunger ist in mehreren Ländern der Region tätig. Wir halten unsere Präsenz aufrecht und fordern alle Parteien auf, ihre Verpflichtungen gemäß dem humanitären Völkerrecht einzuhalten. Es ist unerlässlich, den Schutz von humanitären Helfenden, Einrichtungen und Hilfsgütern zu gewährleisten, um die Bereitstellung lebenswichtiger Nothilfe sicherzustellen. 

In der Zivilbevölkerung rufen die anhaltenden Kämpfe tiefe Besorgnis hervor, insbesondere bei Familien, die bereits vertrieben wurden oder Zuflucht gesucht haben. Weitere Gewalt könnte ihre ohnehin schon prekären Lebensbedingungen noch weiter verschlechtern.

Libanon: Nothilfe für Vertriebene 

Im Libanon hat Aktion gegen den Hunger unverzüglich alle Notfallmechanismen aktiviert und schnelle Lagebeurteilungen durchgeführt, um die dringendsten Bedürfnisse zu ermitteln

Die Massenvertreibung führt landesweit zu erheblichen humanitären Notlagen, insbesondere in Beirut und im Libanongebirge. Viele Sammelunterkünfte dort sind bereits überbelegt, während Familien außerhalb der offiziellen Unterbringungssysteme leben und in Fahrzeugen oder provisorischen Unterkünften Zuflucht suchen. 

Zu unseren unmittelbaren Prioritäten zählen Unterkünfte, Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen, Nahrungsmittelhilfe und medizinische Notfallversorgung sowie die Unterstützung der Aufnahmegemeinden, die Vertriebene aufnehmen. Die Teams haben eine sektorübergreifende Hilfsmaßnahme gestartet, um Vertriebene zu unterstützen, die in Sammelunterkünften in neun Gouvernements untergebracht sind, darunter auch in schwer erreichbaren Gebieten wie Hasbaya im Gouvernement Nabatiyeh.

Diese Hilfsmaßnahmen umfassen: 

  • die Bereitstellung von sicherem Trinkwasser
  • die Einrichtung sanitärer Einrichtungen, 
  • die Verteilung lebensnotwendiger Güter. 
  • Kinder unter fünf Jahren sowie schwangere und stillende Frauen erhalten eine notfallmäßige Ernährungsversorgung, während in den betroffenen Gebieten spezifische Unterstützung für Risikoschwangerschaften bereitgestellt wird. 
  • Die Organisation bereitet zudem die Verstärkung der Notfalldienste in drei weiteren Krankenhäusern in Saida, im West-Bekaa und in Hermel vor.

Irak: Vorausschauender Schutz der Gemeinden 

Die Lage im Irak bleibt äußerst angespannt und ist geprägt von wiederkehrenden Angriffen auf strategische Infrastruktur, wie die Flughäfen in Erbil, Bagdad und Basra. In Erbil haben diese Angriffe zu schweren Stromengpässen geführt, wodurch Kurdistan von der vollständigen Versorgung abgeschnitten wurde und viele Gebiete in Dunkelheit versanken. 

Diese zunehmende Unsicherheit belastet die Zivilbevölkerung schwer und verschärft die Risiken von Vertreibung und wirtschaftlicher Verwundbarkeit. Die Zunahme von Angriffen in der Nähe von städtischen Zentren destabilisiert das tägliche Leben der Bewohner und untergräbt dauerhaft das Vertrauen der Bevölkerung. Angesichts der anhaltenden Verschlechterung der Sicherheitslage sah sich Aktion gegen den Hunger gezwungen, alle Aktivitäten auszusetzen. Das hohe Risiko gefährdet unmittelbar die Sicherheit der Mitarbeitenden und schränkt die für die Einsätze notwendige Bewegungsfreiheit ein. Die Organisation beobachtet die Lage aufmerksam, da der Schutz ihrer Teams oberste Priorität hat. Obwohl bislang keine größeren Bevölkerungsbewegungen verzeichnet wurden, arbeiten die Teams aktiv an Notfallplänen, um auf eine Eskalation der Krise vorbereitet zu sein.

Im Jemen, in Jordanien und im Westjordanland: Aufrechterhaltung lebenswichtiger Hilfe trotz anhaltender Instabilität 

Im Jemen ist die Organisation sowohl im Norden als auch im Süden des Landes präsent, mit laufenden Einsätzen in den Provinzen Al-Hudaydah und Hajjah im Norden sowie in Al-Hudaydah, Lahj und Abyan im Süden. Alle Maßnahmen werden fortgesetzt und umfassen Ernährung, psychische Gesundheit, Existenzsicherung und Zugang zu Wasser.

In Jordanien gewährleisten wir die Kontinuität unserer lebenswichtigen Einsätze. Seit 2013 vor Ort, stützt sich Aktion gegen den Hunger auf die Einsatzbasen in Irbid, um bedürftige Bevölkerungsgruppen zu unterstützen.

In Madaba und Karak profitieren derzeit 450 Menschen von „Cash-for-Work“-Programmen, darunter sowohl syrische Geflüchtete als auch Mitglieder der jordanischen Aufnahmegemeinschaft. Diese direkte Unterstützung trägt zur Stützung der lokalen Wirtschaft bei und bietet Familien gleichzeitig eine würdige Einkommensquelle. Der landwirtschaftliche Bereich bleibt eine Priorität: In der Region Irbid werden Zuschüsse an mehr als 200 syrische und jordanische Landwirt*innen verteilt, um die langfristige Ernährungssicherheit zu stärken.

Im Westjordanland leben mehr als drei Millionen Palästinenser*innen weiterhin ohne Unterkünfte, die sie vor Luftangriffen schützen würden. Dieser Mangel an Sicherheit verschärft die Instabilität und löst neue Vertreibungen aus, wodurch Familien brutal von ihren lebenswichtigen Unterstützungsnetzwerken getrennt werden. In Gaza beeinträchtigt der anhaltende Treibstoffmangel die Fähigkeit humanitärer Akteure, sauberes Trinkwasser bereitzustellen. Zwei Entsalzungsanlagen in Gaza-Stadt sind derzeit aufgrund von Treibstoffmangel stillgelegt, was zu einer vollständigen Unterbrechung der Wasserversorgung in diesen Gebieten führt.

24. MÄRZ 2026
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