Wir helfen seit: 2002
Mitarbeiter*innen: 137
Bevölkerung: 5,5 Mio.
Erreichte Menschen 2024: 1.507.560
Unterernährungsrate: keine Daten
Die humanitäre Lage in den israelisch besetzten Gebieten ist dramatisch. Eine politische Lösung des jahrzehntelangen Konflikts bleibt weiterhin aus. Nach der Eskalation im Oktober 2023, Blockaden und intensiver Gewalt trat im Oktober 2025 eine fragile Waffenruhe im Gazastreifen in Kraft. Doch die humanitäre Krise hält an – Hilfsmaßnahmen sind eingeschränkt, während die Zerstörung weitergeht. Fast die gesamte Bevölkerung Gazas ist auf Hilfe angewiesen. Die israelischen Militärzonen decken noch immer 58 Prozent des Gazastreifens ab, blockieren den Zugang zu den Überresten der Häuser und landwirtschaftlichen Flächen der Menschen und beschränken die humanitären Hilfsmaßnahmen auf weniger als die Hälfte des Gebiets.
Auch im Westjordanland kommt es weiterhin zu gewaltsamen Auseinandersetzungen. Militäroperationen zeigen keine Anzeichen einer Deeskalation; das israelische Militär nimmt im Rahmen der groß angelegten Militäroperationen im Norden des Westjordanlands weiterhin palästinensische Dörfer und Städte ins Visier. Mehr als 41.000 Palästinenser*innen sind infolge der Militäroperationen in Jenin und Tulkarem weiterhin vertrieben und leben unter schlechten Bedingungen.
Wie ist die Situation in den besetzten palästinensischen Gebieten?
Die kriegerischen Auseinandersetzungen der letzten Jahrzehnte brachten Tod, Zerstörung und Armut. Durch die Blockade des Gazastreifens zu Land, See und Luft wurde die Arbeit der Hilfsorganisationen erschwert. Zudem hat der Rückgang der Geberunterstützung in den vergangenen Jahren zu einer Verschärfung der humanitären Lage im Westjordanland und dem Gazastreifen geführt. So hat die Bevölkerung bereits seit Jahren kaum Zugang zu adäquater Wasserinfrastruktur, Wohnungen, Land und Lebensgrundlagen.
Im Oktober 2023 hat sich die humanitäre Lage für die Menschen in den palästinensischen Gebieten noch einmal dramatisch verschlimmert. Die Auseinandersetzungen zwischen dem israelischen Militär und den Hamas treffen vor allem die Zivilbevölkerung – auf beiden Seiten. War die palästinensische Bevölkerung zuvor schon am Rande der humanitären Katastrophe, führte die folgende gänzliche Abschottung zu einer Abwärtsspirale.
Was sind die zentralen humanitären Herausforderungen?
Die Bevölkerung im Gazastreifen war zuletzt fast komplett von der Außenwelt abgeschnitten. Rund zwei Millionen Menschen – die Hälfte davon Kinder – leben auf 365 km² in dem von Israel blockierten Gebiet. Es mangelt an allem: an Nahrungsmitteln, Medikamenten, Trinkwasser und verschiedensten Dingen des alltäglichen Bedarfs. Seit der Eskalation des Konflikts im Oktober 2023 muss fast die gesamte Bevölkerung in Gaza vor den Angriffen flüchten. Lebensmittel und Trinkwasser sind enorm knapp, rund 81 Prozent der Gebäude sind zerstört und es gibt kaum Treibstoff, der für die Versorgung dringend notwendig ist. Die Waffenruhe muss nun genutzt werden, um die Menschen zum einen mit dem Nötigsten zu versorgen. Vor allem aber müssen sie dabei unterstützt werden, ihr Leben wieder neu aufzubauen. Dazu gehört insbesondere die Unterstützung von Landwirt*innen, damit sich die Bevölkerung schnellstmöglich wieder selbst versorgen kann und nicht von importierten Lebensmitteln abhängig ist. Unsere lokalen Teams arbeiten unter extremen Bedingungen. Der anhaltende Treibstoffmangel gefährdet lebenswichtige Hilfsprogramme: Ernährungsprojekte stehen vor dem Aus, die Trinkwasserversorgung und Müllentsorgung drohen zusammenzubrechen. Immer wieder kommt es zu Plünderungen, während dringend benötigte Nahrungsmittelhilfen an den Grenzübergängen feststecken. Die Folgen sind dramatisch: Die Zahl mangelernährter Kinder steigt rasant, Bäckereien müssen mangels Mehl und Treibstoff schließen. Der Zugang zu medizinischer Versorgung, Wasser und Nahrung ist stark eingeschränkt.
Wie hilft Aktion gegen den Hunger in den besetzten palästinensischen Gebieten?
Aktion gegen den Hunger ist seit 2002 vor Ort. Unsere Teams in den Regionen Gaza, Hebron und Jerusalem arbeiten täglich daran, die Lebensbedingungen der Menschen zu verbessern. Wir setzen alles daran, so viele Menschen wie möglich mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln zu erreichen:
- Wir verteilen Lebensmittel, diagnostizieren Mangelernährung und behandeln akut mangelernährte Kinder.
- Wir schaffen den Zugang zu sauberem Trinkwasser, verbessern die Sanitärversorgung und verhindern die Ausbreitung von Krankheiten wie beispielsweise der Cholera.
- Wir stellen die Lebensgrundlagen von Menschen im Rahmen unserer Nahrungsmittelsicherungsprogramme auf eine sichere Basis und unterstützen lokale Bäuer*innen bei dem Aufbau einer widerstandsfähigen Landwirtschaft.
- Darüber hinaus unterstützen wir Frauen durch einkommenssteigernden Maßnahmen und Kooperativen dabei, sich eine eigene Existenz aufzubauen.
- Wir stellen palästinensischen Flüchtlingsfamilien Notunterkünfte zur Verfügung.














