Frau trägt Wasserkanister auf dem Kopf.

SUDAN, REPUBLIK

Eskalierende Gewalt im Sudan
Die seit Frühjahr 2023 eskalierenden Kämpfe im Sudan verursachen eine der schlimmsten humanitären Krisen unserer Zeit. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung – 24,6 Millionen Menschen – leidet unter akutem Hunger, darunter 3,2 Millionen Kinder. In Teilen des Landes ist eine Hungersnot bestätigt. Mehr als 12 Millionen Sudanes*innen sind gewaltsam vertrieben worden, zusätzlich sind 3,1 Millionen in Nachbarländer geflohen. Unsere Teams im Sudan und den Nachbarländern unterstützen Gesundheitszentren, stellen sauberes Wasser bereit und helfen Familien dabei, sich aus eigener Kraft zu ernähren.
WIE WIR HELFEN
Lebensgrundlagen Lebensgrundlagen
Ernährung und Gesundheit Ernährung und Gesundheit
Wasser, Sanitär und Hygiene Wasser, Sanitär und Hygiene
KERNFAKTEN

Wir helfen seit:  2018

Mitarbeiter*innen:  112

Bevölkerung:  50,4 Mio.

Erreichte Menschen 2024:  753.246

Unterernährungsrate:   keine Daten

Die Republik Sudan liegt im Nordosten Afrikas und ist der drittgrößte Flächenstaat des Kontinents. Das Klima reicht von tropisch bis randtropisch, es herrschen ganzjährlich hohe Temperaturen – im Sommer kann das Thermometer sogar auf über 50 °C steigen. Trotz zahlreicher Bodenschätze wie Erdöl, Eisen und Gold gehört das Land zu den ärmsten der Welt. Große Teile der Bevölkerung leiden unter Mangelernährung, insbesondere im Westen, Osten und Süden des Landes. Der seit April 2023 tobende Krieg verschärft die Situation enorm.

Wie ist die Situation im Sudan?

Nach jahrzehntelangen Konflikten spaltete sich der südliche Teil mit dem Abschluss des Friedensvertrags von 2005 von der Republik Sudan ab. Seit 2011 ist der Südsudan ein unabhängiger Staat. Der Sudan ringt seit der Abspaltung mit einer langanhaltenden Wirtschaftskrise, durch die die Armut, vor allem in den ländlichen Regionen, zugenommen hat. Seit April 2023 tobt ein Machtkampf zwischen zwei befeindeten Gruppen, der Armee von Militärherrscher al-Burhan und den Rapid Support Forces (RSF) von dessen früherem Stellvertreter Mohamed Hamdan Daglo. Die Kämpfe, vorwiegend um die Hauptstadt Khartum sowie die westliche Region Darfur, sind blutig und machen auch vor der Zivilbevölkerung nicht halt. Es wird von mindestens zehntausenden getöteten Menschen berichtet, die Dunkelziffer dürfte ungleich höher liegen. Hinzu kommt ein Anstieg an geschlechtsspezifischer Gewalt. Rund 12,1 Millionen Menschen, insbesondere Frauen und Mädchen, benötigen Schutz. 

Mehr als 8,5 Millionen Menschen sind innerhalb des Landes auf der Flucht vor den Kämpfen. Zudem suchen fast 4 Millionen Schutz in den umliegenden Ländern, unter anderem im Tschad und im Südsudan. Doch die Nachbarländer stehen ebenfalls vor großen Herausforderungen. 

Was sind die zentralen humanitären Herausforderungen im Sudan?

Neben den bewaffneten Konflikten führen auch Dürreperioden und Überschwemmungen immer wieder zu Hungerkatastrophen, die humanitäre Hilfe erfordern. Die schwache sozioökonomische Lage hat sich im Laufe der vergangenen Jahre durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie, verschiedene Konflikte und die schlimmsten Überschwemmungen seit einem Jahrzehnt verschlechtert und sinkt nun aufgrund des bewaffneten Konflikts immer weiter gegen null. Über 25 Millionen Menschen im Sudan sind auf humanitäre Hilfe angewiesen, um zu überleben. Das ist rund die Hälfte der Bevölkerung. Ähnlich viele leiden unter akutem Hunger. Wir gehen davon aus, dass im Jahr 2025 rund 3,2 Millionen Kinder unter fünf Jahren akut mangelernährt sein werden, davon 770.000 so sehr, dass ihr Leben bedroht ist. Damit herrscht im Sudan die größte akute Ernährungsunsicherheit in der Geschichte des Landes. Über 20,3 Millionen Menschen haben keinen Zugang zu lebensrettender medizinischer Grundversorgung und 25,5 Millionen Menschen benötigen Unterstützung im Bereich Wasser und Hygiene. 

Wie hilft Aktion gegen den Hunger im Sudan?

Im April 2018, nach drei Jahren Verwaltungsformalitäten, hat die Regierung unseren Registrierungsantrag angenommen und Aktion gegen den Hunger als offiziell tätige NGO anerkannt. Die Bemühungen des Teams konzentrierten sich auf humanitäre Projekte im Bereich Ernährung und Ernährungssicherheit. Sie bauen Partnerschaften mit lokalen NRO auf und führen gemeinsam mit ihnen Projekte durch. Hinzu kommen Sammlungen von wichtigen Frühwarndaten und -indikatoren, um auftretenden Krisen besser entgegenkommen zu können. Doch seit Beginn des Konflikts ist der Zugang zu den Menschen, die wir unterstützen, zu einer großen Herausforderung geworden. Wir konzentrieren uns derzeit darauf, die Arbeit in allen Einsatzbereichen aufrechtzuerhalten. Seit Beginn des Konflikts im April 2023 konnten unsere Teams mehr als 1,1 Millionen Menschen mit Nahrungsmitteln, wichtigen Medikamenten und Ausrüstungen und Notfallsets erreichen, akute Unterernährung behandeln und beim Betrieb von 44 Gesundheitseinrichtungen und sieben Krankenhäusern unterstützen. 

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Neben Spenden finanziert sich unsere Arbeit auch durch Förderungen und Zuwendungen institutioneller Geber*innen. Der folgende Absatz informiert Sie über Projekte, die direkt durch diese Art der Unterstützung realisiert werden können. Hier informieren wir über die Herkunft all unserer Mittel.

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Beendete Projekte

15. OKTOBER 2025
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