Ebola-Notstand: Aktion gegen den Hunger leistet humanitäre Hilfe im Kongo

Pressemitteilung vom: 29.05.2026

Die Zahl der Opfer des am 15. Mai offiziell ausgerufenen Ebola-Ausbruchs steigt weiter an. Bis heute wurden in der Provinz Ituri und in Nord-Kivu mehr als 120 bestätigte Fälle, über 900 Verdachtsfälle und mehr als 220 Todesfälle verzeichnet. Aktion gegen den Hunger ist in beiden Regionen vor Ort aktiv und leistet humanitäre Hilfe.  

„Wir leisten Hilfe in der Gesundheitszone Mongbwalu, die am stärksten vom Ausbruch betroffen ist. Unsere Teams arbeiten zudem in drei weiteren Gesundheitszonen in Ituri, wo wir in den kommenden Tagen neue Infektionen befürchten“, sagt Julie Drouet, Landesdirektorin von Aktion gegen den Hunger in der Demokratischen Republik Kongo. „Wir arbeiten eng mit den Gesundheits- und Verwaltungsbehörden in der Region zusammen. Unsere Teams sind in höchstem Maße mobilisiert, um die Gesundheitseinrichtungen so effektiv wie möglich zu unterstützen und das medizinische Personal zu schützen, das einem besonders hohen Infektionsrisiko ausgesetzt ist.“

Aktion gegen den Hunger stellt in 12 Gesundheitseinrichtungen in Mongbwalu Schutzausrüstung für medizinisches Personal sowie Materialien zur Infektionsprävention und -kontrolle wie zum Beispiel Chlor, Desinfektionsmittel und Reinigungsausrüstung bereit.

In der Demokratischen Republik Kongo haben nur 37 Prozent der Bevölkerung Zugang zu sauberem Wasser. Nur 30 Prozent der Gesundheitseinrichtungen verfügen über eine zuverlässige Wasserversorgung. „Vor diesem Hintergrund sind Maßnahmen zur Infektionsprävention wie Händewaschen nur schwer umzusetzen“, fügt Drouet hinzu. „Deshalb unterstützen wir Gesundheitseinrichtungen auch durch die Instandsetzung der Wasser-, Sanitär- und Hygieneinfrastruktur.“

Herausforderungen verstärkt durch strukturelle Krisen

Der Nordosten des Landes ist eine der fragilsten und am stärksten von Konflikten betroffenen Regionen der Welt. Die unsichere Lage hat in der Provinz Ituri zur Vertreibung von mehr als 920.000 Menschen geführt. Die strukturelle Krise macht Epidemien besonders gefährlich.  

„In der Region Ituri sind 1,5 Millionen Menschen von Ernährungsunsicherheit betroffen. Jeder dritte Mensch benötigt humanitäre Hilfe. Die Bevölkerung in dieser Region ist stark auf lokale Märkte angewiesen, um ihre Familien zu ernähren. Bewegungsbeschränkungen werden sich daher direkt auf ihre Lebensgrundlagen und ihre Fähigkeit, ihre Grundbedürfnisse zu decken, auswirken“, warnt Drouet.

Da sich die Lage rasant entwickelt, ist es ein Wettlauf gegen die Zeit, den Ausbruch einzudämmen. Humanitäre Hilfsorganisationen vor Ort stehen vor großen logistischen Herausforderungen. „Derzeit sind sogar humanitäre Flüge in und aus den von Ebola betroffenen Gebieten ausgesetzt, was die Mobilität der Teams zusätzlich erschwert. Auch die finanziellen Mittel sind nach wie vor sehr begrenzt, was die Planung der Maßnahmen erschwert“, so Drouet.

Bereits vor dem Ebola-Ausbruch befand sich das Land in einer humanitären Krise, die sich nun verschärft: „Wir können es uns nicht leisten, unsere laufenden Nothilfeprojekte einzustellen. Unsere Teams müssen die Durchführung der Maßnahmen anpassen, um die Gemeinden und unsere Mitarbeiter zu schützen und so die Übertragungskette des Virus zu unterbrechen, gleichzeitig müssen unsere Nothilfemaßnahmen fortgesetzt werden“, sagt Drouet.  

3. JUNI 2026
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