Ebola in der DR Kongo: Aufklärung über Radio

Pressemitteilung vom: 22.06.2026

Die Ebola-Epidemie in der Demokratischen Republik Kongo breitet sich weiter aus und fordert Hunderte Tote. Zugleich hinterlässt sie schwere psychische und soziale Folgen. Zugleich fehlt es an ausreichender Finanzierung. In Mongbwalu (Ituri) verstärkt Aktion gegen den Hunger ihre Aufklärungsarbeit, schult Gesundheitspersonal und versorgt Gesundheitszentren mit Material und Hygieneausrüstung.

Zwar gibt es inzwischen Tests in Mongbwalu, die schnelle Diagnosen ermöglichen. Doch Angst, Behandlungsverweigerung und Desinformation bremsen die Eindämmung des Virus. Deshalb verstärkt die Organisation ihre Arbeit mit den Gemeinden.  

„Die Ebola-Epidemie kann nicht ohne das Vertrauen der Menschen gestoppt werden. Damit dieses Vertrauen entsteht, müssen die Menschen die Krankheit besser verstehen“, sagt Michele Torti, Notfallkoordinator von Aktion gegen den Hunger in der Demokratischen Republik Kongo.

Aktion gegen den Hunger setzt dafür auf Aufklärung über Radiosendungen. Themen sind unter anderem Ebola-Symptome, richtiges Verhalten, Schutzmaßnahmen sowie sichere und würdige Bestattungen.

Schulungen und Material für den Kampf gegen Ebola  

„Die Schulung von Gesundheitspersonal ist zentral, denn die Helferinnen und Helfer stehen in den Gemeinden und Gesundheitszentren an vorderster Front. Wir haben in Mongbwalu rund 180 Gesundheitskräfte und Gemeindevermittler geschult – in Infektionsprävention und -kontrolle. Mehr als 50 Pflegekräfte wurden zusätzlich ausgebildet“, so Michele Torti. „Die Schulungen verbessern das Wissen zu Übertragung, Prävention und Früherkennung.“

Aktion gegen den Hunger verteilt außerdem Material zur Infektionsprävention und Behandlung und richtet Triagebereiche in Gesundheitszentren ein. „Seit Beginn der Epidemie haben wir rund 9 Tonnen medizinisches Material sowie Ausrüstung für Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene nach Mongbwalu geliefert. Diese Woche kam ein weiterer Lkw mit Material, Betten und WASH-Kits an“, so Torti.  

„Zudem setzen wir die Behandlung akuter Unterernährung fort. Wir haben 150 Kartons therapeutische Fertignahrung (RUTF) geliefert, um das ohnehin schwache Gesundheitssystem zu unterstützen.“

Aktion gegen den Hunger ist seit Beginn der Krise in Mongbwalu aktiv. Derzeit sind 16 Mitarbeitende im Einsatz, um die Gesundheitsbehörden zu unterstützen.

Psychosoziale Hilfe muss Teil der Ebola-Maßnahmen sein

Ebola ist eine sehr gefürchtete Krankheit. Die Maßnahmen dagegen sind notwendig, greifen aber oft stark in kulturelle Traditionen ein. „Da die Körper ansteckend sind, werden traditionelle Beerdigungen verboten. Viele Familien können nicht würdig Abschied nehmen.“

Die Epidemie trifft Gemeinden, die bereits unter Unsicherheit und Armut leiden. Sie kann neue Traumata auslösen und langfristig die psychische Gesundheit und die Lebensgrundlagen verschlechtern. Deshalb betont Aktion gegen den Hunger, wie wichtig es ist, psychosoziale Hilfe fest in die Ebola-Maßnahmen einzubauen und gleichzeitig andere wichtige Gesundheitsdienste aufrechtzuerhalten.

Die humanitäre Hilfe im Land ist weiterhin deutlich unterfinanziert. Nur 35 Prozent des humanitären Interventionsplans sind derzeit gedeckt. „Die Epidemie könnte lange dauern. Es ist entscheidend, die grundlegende Gesundheitsversorgung, einschließlich der psychischen Gesundheit, dauerhaft sicherzustellen, um die Folgen zu begrenzen“, sagt Michele Torti. 

23. JUNI 2026
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