Mitarbeiter von Aktion gegen den Hunger verteilt Geld an Menschen in Nigeria.

Coronakrise im Globalen Süden: Wir fordern Erlassjahr 2020!

Zusammen mit über 200 zivilgesellschaftlichen Organisationen hat Aktion gegen den Hunger einen Aufruf unterzeichnet, der die Streichung aller Schuldenzahlungen im Jahr 2020 für die Länder des Globalen Südens fordert. Denn besonders dort könnte COVID-19 katastrophale gesundheitliche, soziale und wirtschaftliche Auswirkungen für Millionen Menschen haben. Die betroffenen Regierungen müssen in der Lage sein, alle verfügbaren Ressourcen in den Ausbau des Gesundheitssystems und die Unterstützung der Wirtschaft zu investieren. 

Der Aufruf wurde vom Bündnis „erlassjahr.de – Entwicklung braucht Entschuldung“ initiiert und richtet sich an alle Kreditgeber*innen des Globalen Südens – Regierungen, private Gläubiger*innen und multilaterale Finanzinstitutionen wie zum Beispiel den Internationalen Währungsfonds (IWF) oder die Weltbank. Es wird gefordert, dass diese den betroffenen Ländern alle im Jahr 2020 fälligen Schuldendienstzahlungen – das heißt Zinsen und Schuldenabzahlungen – vollständig erlassen sowie zusätzlich finanzielle Nothilfen zur Verfügung stellen. 

Erlassjahr 2020 würde 25,5 Milliarden US-Dollar freimachen 

Der geforderte Schuldenerlass wäre der schnellste Weg, um finanzielle Mittel zur Bekämpfung der COVID-19-Pandemie im Globalen Süden zu mobilisieren. Anstatt das staatliche Budget in Zinsen und Schuldenabzahlungen zu investieren, kann es sofort in Hilfs- und Präventionsmaßnahmen gegen die Corona-Pandemie fließen.  

Denn gerade für die Eindämmung einer Pandemie ist Zeit ein entscheidender Faktor. Die erforderlichen Maßnahmen müssen sofort durchgesetzt werden, um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen und der Ausbau des Gesundheitssystems muss unverzüglich beginnen. Durch den Schuldenerlass hätten die Regierungen im Globalen Süden 2020 rund 25,5 Milliarden US-Dollar mehr für die Corona-Bekämpfung zur Verfügung.

Ein Aufschub der Schulden hilft nicht weiter! 

Mitte April haben die Finanzminister*innen der G20-Staaten bereits ein Moratorium für den Schuldendienst im Jahr 2020 für insgesamt 77 arme Länder beschlossen. Das ist ein guter Schritt, aber nicht ausreichend – die Schulden werden so nicht erlassen, sondern nur verschoben. Dadurch wird das Problem lediglich immer weiter in die Zukunft verlagert. 

Viele der betroffenen Länder steckten bereits vor der COVID-19-Pandemie in einer Schuldenkrise. Aus diesem Teufelskreis müssen Länder aus dem Globalen Süden langfristig befreit werden, damit gesellschaftliche Probleme wie Armut und Hunger endlich überwunden werden können. Die Coronakrise ist ein guter Moment, um einen gerechten internationalen Umgang mit verschuldeten Staaten neu zu diskutieren. 

Wir stehen für eine weltweite Solidarität angesichts der Corona-Pandemie. Eine globale Krise erfordert eine globale Antwort. Daher unterstützen wir die Forderung nach einem Erlassjahr 2020 für den Globalen Süden!

23. APRIL 2020
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