Syrische Flüchtlingsfamilie in einem Flüchtlingslager im Libanon

Hilfsorganisationen warnen: Keine Rückkehr in den Krieg nach Syrien

Flüchtlinge könnten zur Rückkehr gezwungen werden

Eine Rückkehr nach Syrien ist für Flüchtlinge momentan noch zu gefährlich. Zu diesem Schluss kommt eine Studie, die mehrere internationale Hilfsorganisationen veröffentlicht haben. Dazu zählen Aktion gegen den Hunger, CARE, International Rescue Committee, Norwegian Refugee Council und Save the Children. Sie warnen davor, dass Hunderttausende Flüchtlinge trotz anhaltender Gewalt und Bombardierungen in diesem Jahr zu einer Rückkehr nach Syrien gezwungen werden könnten.

Der Krieg ist noch lange nicht vorbei

Die Studie „Dangerous Ground“ diene als Weckruf zu einem Zeitpunkt, an dem sich die öffentliche Rhetorik zunehmend gegen Flüchtlinge wendet, das Überleben in Syriens Nachbarländern schwieriger wird und viele Stimmen suggerieren, dass der Krieg in Syrien vorbei sei und eine Rückkehr damit sicher, so die Organisationen. Grundlage der Studie sind neue Erhebungen aus Syrien und Interviews mit Betroffenen. „Regierungen in Europa, den USA und in der Region um Syrien schließen ihre Landesgrenzen und sprechen offen über Rückführungsmaßnahmen bis hin zu erzwungenen Rückführungen. Gleichzeitig zeigen die heftigen Kämpfe in den Regionen Idlib und Ost-Ghouta, dass der Krieg noch lange nicht vorbei ist“, so die Organisationen.

Anhaltende Gewalt treibt weiter Menschen in die Flucht

Der Bericht hat erhoben, dass die Zahl der Rückkehrer in den letzten beiden Jahren von 560.000 auf 721.000 anstieg. Die meisten von ihnen waren Binnenvertriebene, die sich in ihre Heimatregionen zurückgewagt haben. Jedoch verloren im selben Zeitraum dreimal so viele Menschen ihre Heimat durch Kämpfe und Vertreibungen. Allein in den ersten neun Monaten des Jahres 2017 flohen rund 2,4 Millionen Syrerinnen und Syrer von zu Hause. Laut den Vereinten Nationen könnten 2018 weitere 1,5 Millionen Syrer wegen anhaltender Gewalt vertrieben werden.

Wohlhabende Länder müssen ihren Verpflichtungen zur Aufnahme nachkommen

Die Hilfsorganisationen klagen das mangelnde Engagement von Drittstaaten bei der Aufnahme von Syrern an: Bis zum heutigen Tag wurden lediglich drei Prozent der syrischen Flüchtlinge in wohlhabendere Länder umgesiedelt. Viele Staaten sind ihren Verpflichtungen, zu denen sie sich auf Syrien-Konferenzen in London und Brüssel bekannten, nicht nachgekommen. Im Jahr 2017 halbierte der Hohe Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen die Zahl der Anträge auf Umsiedlung syrischer Flüchtlinge. Seit die US-Regierung die Aufnahme von Flüchtlingen aus Syrien gestoppt hat, können die vereinbarten Quoten nicht mehr eingehalten werden. Zeitgleich haben andere Staaten ihre Aufnahmekontingente nicht erhöht.

Massive Hilfe beim Wiederaufbau nötig

Politiker in Europa, besonders in Dänemark und Deutschland, diskutieren mittlerweile die Rückführung von Flüchtlingen nach Syrien. Die Hilfsorganisationen weisen schließlich darauf hin, dass eine Rückkehr – gesetzt den Fall, es herrscht Frieden – nur mit massiver Unterstützung beim Wiederaufbau zu unterstützen sei. Die Hälfte der interviewten Menschen aus dem Süden Syriens berichten, dass ihre Häuser vollständig zerstört sind. Im Nordwesten Syriens gab nur jeder fünfte Interviewte an, noch eine Unterkunft zu haben. Die Hälfte der Krankenhäuser ist zerstört, jede dritte Schule ist stark beschädigt oder wird für andere Zwecke genutzt.

Organisationen, die an der Studie beteiligt waren

Aktion gegen den Hunger
CARE
Danish Refugee Council
International Rescue Committee
Norwegian Refugee Council
Save the Children

Die Studie "Dangerous Ground" finden Sie im Bereich Publikationen.

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