Für Millionen Menschen bleiben die Regale leer.

Kriege, Klimawandel & COVID-19: Droht eine globale Hungerkrise?

Die Zahl der Hungernden steigt zum fünften Mal in Folge. Bis zu 132 Millionen Menschen werden in diesem Jahr durch COVID-19 zusätzlich unter Hunger leiden. Die Corona-Pandemie droht die weltweite Ernährungskrise zu verschärfen. Warnungen vor einer Hunger-Pandemie werden laut. Die Zeit zu handeln ist jetzt!

„Entschuldigen Sie, wenn ich ganz offen rede: Während wir jetzt eine Corona-Pandemie erleben, ist die Welt am Rande einer Hunger-Pandemie.“
David Beasley, Vorsitzender des Welternährungsprogramms

Jetzt spenden & weltweit Leben retten

Ursachen für Hungerkrise sind vielfältig

Die weltweite Ernährungsunsicherheit hat viele Ursachen, die miteinander zusammenhängen. Somit ist es schwer eine treibende Kraft zu identifizieren. Vielmehr müssen verschiedene Faktoren genauer betrachtet werden. Dazu gehören Konflikte, die als Schlüsselfaktor gelten. Durch anhaltende und bewaffnete Konflikte befinden sich 77 Millionen Menschen in einem Zustand der akuten Ernährungsunsicherheit. Hinzu gesellen sich extreme Wetterbedingungen, die 34 Millionen Menschen in den Hunger treiben, sowie wirtschaftliche Instabilität, die 24 Millionen ohne genügend Nahrung zurücklässt.

Auch die preisgekrönte Suhrkamp Verlag-Schriftstellerin Nora Bossong unterstützt unseren Aufruf „COVID-19: Globaler...

Gepostet von Aktion gegen den Hunger am Sonntag, 24. Mai 2020

Hunger als Kriegswaffe

Es überrascht nicht, dass Kriege und bewaffnete Konflikte als eine der Hauptursachen für die aktuelle Ernährungskrise gelten. In unserer Arbeit verurteilen wir immer wieder den Einsatz von Hunger als Kriegswaffe. Zuletzt in einem offenen Brief an den Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier, in dem wir den Export von deutscher Rüstungstechnologie an die Kriegsparteien im Jemen anprangern. Jemen gilt aktuell als die schlimmste humanitäre Katastrophe: Insgesamt sind fast Dreiviertel der Bevölkerung (das sind 24 Millionen Menschen) auf humanitäre Hilfe in Form von Nahrungsmitteln, Wasser und Medikamenten angewiesen. Der Krieg hat 50 Prozent der Gesundheitsversorgung komplett zerstört. In einer Petition fordern wir die deutsche Regierung daher dazu auf: Waffenexporte zu stoppen, Hunger zu beenden!

Konflikte zerstören Nahrungsmittelfabriken und -märkte. Das führt zu höheren Nahrungsmittelpreisen und zu Engpässen bei Wasser, Treibstoff oder Lebensmitteln. Die Menschen finden keine Arbeit und werden ihrer Lebensgrundlage beraubt. Zudem werden Felder, Äcker und Wiesen durch Luftangriffe oder Landminen gezielt dem Erdboden gleichgemacht.

Fordere mit uns einen globalen Waffenstillstand!

Klimawandel schürt Hungerkrise

Neben erschütternden Konflikten in der Sahelzone, erschweren extreme Wetterbedingungen das Leben der Frauen, Männer und Kinder in dieser Region. So ist es nicht verwunderlich, dass 4 von 5 Ländern, die am stärksten von Mangelernährung betroffen sind, in der Sahelzone liegen. 

Extreme Wetterereignisse haben an Intensität und Schwere zugenommen und mit ihnen die Zahl der hungernden Menschen auf der Welt. So waren 2019 sechs Millionen mehr Menschen von akuter Ernährungsunsicherheit betroffen als noch im Vorjahr.

Welche Auswirkungen der Klimawandel auf den Hunger hat, machen Naturkatastrophen wie der Zyklon Idai in den Ländern Mosambik und Simbabwe sichtbar. Er zerstörte nicht nur ganz Landstriche und damit die Lebensgrundlage der Menschen, sondern verursachte durch verunreinigtes Wasser eine Cholera-Epidemie mit langfristigen Folgen für die Bevölkerung. Aber auch Klimastörungen wie das Ausbleiben der Regenzeit oder wiederholte Dürreperioden wie in Äthiopien bedrohen die Ernten und gefährden die Bevölkerung, die hauptsächlich von der Landwirtschaft lebt.

Wie wirkt sich COVID-19 auf Hungerkrisen aus?

Im Welternährungsbericht Global Nutrition Report 2020 kommen Expert*innen zu dem Ergebnis, dass 1 von 9 Menschen auf der Welt mangelernährt ist oder an Hunger leidet. Fast ein Viertel aller Kinder unter 5 Jahren sind chronisch unterernährt. Nach wie vor sind die Menschen, die in Geflüchtetenlagern leben, am stärksten gefährdet. Ihre Lebensbedingungen sind prekär, oft haben sie keinen Zugang zu sauberem Wasser und leben auf engstem Raum dicht an dicht gedrängt.

COVID-19 wirkt wie ein Krisenbeschleuniger: Denn die Länder, die bereits jetzt von Hunger und Mangelernährung betroffen sind, verfügen über keine stabilen und gut ausgebauten Gesundheitssysteme. Es fehlt an medizinischer Ausrüstung, Schutzbekleidung, Medikamenten und geschultem Personal. 

Besonders dramatisch: Maßnahmen wie Ausgangsbeschränkungen oder strikte Lockdowns, die vor dem Virus schützen sollen, können die Menschen in eine Hungerkrise stürzen. Tagelöhner*innen, die auf die tägliche Arbeit angewiesen sind, haben kein Einkommen mehr. Außerdem unterbrechen sie lebenswichtige Lieferketten, schränken die Mobilität von humanitären Helfer*innen ein und führen dazu, dass die Bäuer*innen ihre Felder nicht bestellen können. Das könnte zu höheren Lebensmittelpreisen und zum Kollaps des gesamten Nahrungssystems führen.

Wir müssen jetzt handeln!

Bei der COVID-19-Pandemie handelt es sich nicht nur um eine Gesundheitskrise, sondern auch um eine Krise, die sich auf die Wirtschaft auswirkt und droht, die Ungleichheiten zu verstärken und einen Teil der Welt in eine akute Ernährungsunsicherheit zu stürzen. Das können wir verhindern!

Manche Regionen von Ostafrika sind besonders gefährdet. Sie erleben eine dreifache Krise. Zu der verheerenden Heuschreckeninvasion, die ihre Äcker zerstörten, kommen nun Überflutungen. In Kenia leben außerdem über eine halbe Million Geflüchtete unter anderem aus Äthiopien, der Demokratischen Republik Kongo und Somalia unter einfachen Bedingungen in Lagern zusammen. 

Wenn wir nicht schnell handeln, könnte sich die Zahl der akut Hungernden auf 250 Millionen Menschen verdoppeln.

„Eine Welt ohne Hunger ist möglich. Und deshalb ist Hunger Mord, wenn wir zuschauen und nicht entschieden helfen.“
Gerd Müller, Entwicklungsminister

Die Zahlen und Fakten zeigen, dass eine globale Nahrungsmittelkrise droht. Es ist unsere Pflicht, diesen Frauen, Männern und Kindern zu helfen, die in Konfliktländern leben, die unverschuldet unter den Folgen des Klimawandels leiden und dem Virus schutzlos ausgeliefert sind. 

Lassen Sie uns gemeinsam handeln, um zusammen mit der internationalen Gemeinschaft die Nahrungsmittelkrise ein Ende zu bereiten und allen Menschen auf dieser Welt eine gesundes Leben ohne Hunger zu ermöglichen!

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15. JULI 2020
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