Frau und Kind in Afghanistan

AFGHANISTAN

Nothilfe
Afghanistan befindet sich im Ausnahmezustand. Die Wirtschaft ist weitgehend zusammengebrochen und Naturkatastrophen wie das Erdbeben im Juni 2022 lassen die Menschen mit nichts zurück. Sie brauchen dringend Hilfe! Aktion gegen den Hunger bleibt weiterhin im Land tätig.
WIE WIR HELFEN
Ernährung und Gesundheit Ernährung und Gesundheit
Lebensgrundlagen Lebensgrundlagen
Wasser, Sanitär und Hygiene Wasser, Sanitär und Hygiene
Psychosoziale Hilfe Psychosoziale Hilfe
Katastrophenvorsorge Katastrophenvorsorge
KERNFAKTEN

Wir helfen seit:  1979

Mitarbeiter*innen:  310

Bevölkerung:  38,04 Mio.

Erreichte Menschen 2020:  190.563

Unterernährungsrate:   25,6 %

Bombenanschläge, Selbstmordattentate, Sprengsätze und die ständige Angst vor dem Tod: Das ist immer noch Alltag für viele Menschen in Afghanistan. Seit 40 Jahren hat der grausame Terror das Land fest im Griff. Etwa 24,4 Millionen Menschen benötigen humanitäre Hilfe – ein schlagartiger Anstieg. Zum Vergleich: 2019 waren es noch etwa 9 Millionen. Die unschuldige Zivilbevölkerung trägt die Hauptlast des anhaltenden Konfliktes. Es wird erwartet, dass sich die Lage in Afghanistan zur größten humanitären Krise der Welt entwickelt.

Wie ist die Situation in Afghanistan?

Als Reaktion auf den Terroranschlag auf das World Trade Center in New York am 11. September 2001 marschierten die USA und ihre Koalitionspartner im Oktober 2001 in Afghanistan ein, um die Macht der radikalislamistischen Taliban in dem Land am Hindukusch zu stürzen. Das Ziel der Besatzungskräfte: Der Aufbau eines demokratischen Systems. 20 Jahre später, im Juli 2021, wurden die ausländischen Truppen aus dem Land abgezogen. Wie sich zeigen sollte, wurde das Ziel krachend verfehlt. Nur wenige Wochen nach dem Abzug der internationalen Truppen hatten die Taliban das gesamte Land unter ihre Kontrolle gebracht und riefen das Islamische Emirat Afghanistan aus.

Was das für die Männer, Frauen und Kinder in dem Land heißt, ist bisher kaum abzuschätzen. Sicher ist, dass die in den vergangenen Jahren erkämpften Rechte für Frauen und Mädchen massiv eingeschränkt werden. Vergeltungsmorde an Menschen, die mit den westlichen Alliierten zusammengearbeitet haben oder aus Sicht der Taliban islamfeindlich agieren, wurden in vielen Provinzen dokumentiert. Tausende Menschen fürchten um ihre Sicherheit.

Was sind die zentralen humanitären Herausforderungen in Afghanistan?

Die Zukunft der Frauen, Männer und Kinder im Land ungewiss. Bereits jetzt sind mehr Menschen geflohen, als angenommen: 698.000 Menschen mussten ihre Heimat in 2021 verlassen. Für das gesamte Jahr 2021 wurden ursprünglich insgesamt 500.000 erwartet. Armut und Hunger sind unter der Bevölkerung weit verbreitet. Mitte 2022 waren bereits mehr als 24 Millionen Menschen von akuter Ernährungsunsicherheit betroffen.

Afghanistan hat eine der höchsten Kindersterblichkeitsraten weltweit und Tausende von Frauen sterben jedes Jahr an Schwangerschaftskomplikationen, die größtenteils vermeidbar sind. 1,2 Millionen Kinder sind mangelernährt und brauchen lebensrettende Hilfe. 41 Prozent aller Kinder unter 5 Jahren leiden unter dauerhaften Schäden aufgrund von Mangelernährung.  

Hilfe zu leisten wird durch die Sicherheitslage erschwert: Für humanitäre Helfende ist Afghanistan eines der gefährlichsten Länder. Allein 2020 wurden 180 Mitarbeiter*innen von Hilfsorganisationen getötet, verletzt oder entführt. Im Juli 2021 lag diese Zahl schon bei 131.  
Trotzdem: Zurzeit steigt der Bedarf an humanitärer Hilfe rapide. Deshalb werden wir so lange in Afghanistan tätig bleiben, wie die Frauen, Männer und Kinder Unterstützung benötigen und es die Sicherheitslage zulässt. 

Wie hilft Aktion gegen den Hunger in Afghanistan?

Seit mehr als zwei Jahrzehnten leistet Aktion gegen den Hunger in Afghanistan lebensrettende Hilfe. Wir behandeln akut mangelernährte Kinder, unterstützen Gesundheitszentren in Flüchtlingslagern und kümmern uns um Wasserversorgung und Ernährungssicherung:

  • Unsere Teams unterstützen Gemeinden und Gesundheitszentren, um der hohen Mütter- und Kindersterblichkeitsrate entgegenzuwirken.
  • Wir diagnostizieren und behandeln akute Mangelernährung bei Kindern.
  • Wir bringen mit mobilen Kliniken medizinische Versorgung auch zu Menschen in abgelegenen Regionen.

  • Wir verbessern die Wasser- und Sanitärversorgung, um dem Ausbruch von Krankheiten vorzubeugen.
  • Wir stärken maßgeblich die Lebensgrundlagen der Menschen durch Nahrungsmittelsicherungsprogramme.
  • Wir helfen traumatisierten Menschen durch psychosoziale Betreuung.

In diesen Bereichen haben wir geholfen:

NEWSLETTER ABONNIEREN

Abonnieren Sie jetzt unseren E-Mail-Newsletter und erhalten regelmäßig und kostenlos Informationen aus erster Hand!