Frau und Kind in Afghanistan

AFGHANISTAN

Nothilfe
Afghanistan befindet sich im Ausnahmezustand. Aufgrund der Kampfhandlungen mussten viele Menschen fliehen. Sie brauchen dringend Hilfe! Aktion gegen den Hunger bleibt weiterhin im Land tätig.
WIE WIR HELFEN
Ernährung und Gesundheit Ernährung und Gesundheit
Lebensgrundlagen Lebensgrundlagen
Wasser, Sanitär und Hygiene Wasser, Sanitär und Hygiene
Psychosoziale Hilfe Psychosoziale Hilfe
Katastrophenvorsorge Katastrophenvorsorge
KERNFAKTEN

Wir helfen seit:  1979

Mitarbeiter*innen:  310

Bevölkerung:  38,04 Mio.

Erreichte Menschen 2020:  190.563

Unterernährungsrate:   25,6 %

Bürgerkrieg, religiöse Konflikte, internationale Stellvertreterkriege und Besatzung: Das Leben der afghanischen Bevölkerung ist geprägt von rund 90 Jahren Krieg und Konflikten. Etwa 18,4 Millionen Menschen leiden Not – 2019 waren es noch etwa 9 Millionen. Die unschuldige Zivilbevölkerung trägt die Hauptlast der anhaltenden Konflikte.

Wie ist die Situation in Afghanistan?

Als Reaktion auf den Terroranschlag auf das World Trade Center in New York am 11. September 2001 marschierten die USA und ihre Koalitionspartner im Oktober 2001 in Afghanistan ein, um die Macht der radikalislamistischen Taliban in dem Land am Hindukusch zu stürzen. Das Ziel der Besatzungskräfte: Der Aufbau eines demokratischen Systems. 20 Jahre später, im Juli 2021, wurden die ausländischen Truppen aus dem Land abgezogen. Wie sich zeigen sollte, wurde das Ziel krachend verfehlt. Nur wenige Wochen nach dem Abzug der internationalen Truppen hatten die Taliban das gesamte Land unter ihre Kontrolle gebracht und riefen das Islamische Emirat Afghanistan aus.

Was das für die Männer, Frauen und Kinder in dem Land heißt, ist bisher kaum abzuschätzen. Sicher ist, dass die in den vergangenen Jahren erkämpften Rechte für Frauen und Mädchen massiv eingeschränkt werden. Vergeltungsmorde an Menschen, die mit den westlichen Alliierten zusammengearbeitet haben oder aus Sicht der Taliban islamfeindlich agieren, wurden in vielen Provinzen dokumentiert. Tausende Menschen fürchten um ihre Sicherheit.

Schon vor der aktuellen Krise lebten in Afghanistan rund 11 Millionen Menschen in Ernährungsunsicherheit. Infrastrukturelle Einrichtungen wie Krankenhäuser und Ärzte oder ein gut ausgebautes Stromnetz sind rar.

Die Kindersterblichkeitsrate in Afghanistan ist eine der größten weltweit und Tausende Frauen sterben jedes Jahr an Schwangerschaftskomplikationen, die größtenteils vermeidbar sind. 1,2 Millionen Kinder sind mangelernährt und brauchen lebensrettende Hilfe. 41 Prozent aller Kinder unter 5 Jahren leiden unter dauerhaften Schäden aufgrund von Mangelernährung.

Was sind die zentralen humanitären Herausforderungen in Afghanistan?

Seit der Übernahme des Landes durch die Taliban haben Hunderttausende Menschen ihr Zuhause verlassen; allein vom 9. Juli bis 9. August 2021 zählten die Vereinten Nationen 300.000 neue Inlandsvertriebene – wenigstens 35.000 davon benötigen humanitäre Hilfe zum Überleben. Durchfallerkrankungen und andere Gesundheitsprobleme, COVID-19 und Mangelernährung nehmen in den provisorischen Unterkünften der Menschen rapide zu. Viele der Menschen sind durch die Ereignisse schwer traumatisiert.

Trotz des immensen Bedarfs an gesundheitlicher Versorgung mehren sich Angriffe auf Krankenhäuser und Gesundheitszentren. Zwischen Januar und August 2021 gerieten 26 Kliniken ins Fadenkreuz der Gefechte. Viele humanitäre Hilfsorganisationen haben wegen der unübersichtlichen Gefahrenlage ihre Unterstützung ausgesetzt.

Afghanistan war bereits vor der Machtübernahme der Taliban eines der gefährlichsten Länder für humanitäre Hilfsorganisationen. Allein 2020 wurden 180 Mitarbeiter*innen von Hilfsorganisationen getötet, verletzt oder entführt. Im Juli 2021 lag diese Zahl schon bei 131.

Trotz der immensen Gefahrenlage sind wir und unsere Mitarbeitenden entschlossen, den Menschen in Afghanistan beizustehen. Deshalb werden wir so lange im Land tätig bleiben, wie die Frauen, Männer und Kinder Unterstützung benötigen und es die Sicherheitslage zulässt.

Wie hilft Aktion gegen den Hunger in Afghanistan?

Seit mehr als zwei Jahrzehnten leistet Aktion gegen den Hunger in Afghanistan lebensrettende Hilfe. Wir behandeln akut mangelernährte Kinder, unterstützen Gesundheitszentren in Flüchtlingslagern und kümmern uns um Wasserversorgung und Ernährungssicherung:

  • Unsere Teams unterstützen Gemeinden und Gesundheitszentren, um der hohen Mütter- und Kindersterblichkeitsrate entgegenzuwirken.
  • Wir diagnostizieren und behandeln akute Mangelernährung bei Kindern.
  • Wir verbessern die Wasser- und Sanitärversorgung, um dem Ausbruch von Krankheiten vorzubeugen.
  • Wir stärken maßgeblich die Lebensgrundlagen der Menschen durch Nahrungsmittelsicherungsprogramme.
  • Wir helfen traumatisierten Menschen durch psychosoziale Betreuung.

In diesen Bereichen haben wir geholfen:

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